Musik Downloads Genres

Nashville Sound

 

     


Nashville Sound

Der Nashville Sound entstand Mitte der fünfziger Jahre als Antwort auf den immer stärker werdenden Rock'n'Roll, der besonders auf die komsumfreudige Jugend eine unwiderstehliche Anziehung ausübte. Die ältere Generation blieb zwar weiterhin dem klassischen Country verbunden, hielt sich aber - wie zu anderen Zeiten auch -bei Plattenkäufen und Konzertbesuchen zurück.

Einige Musiker und Produzenten begannen, die Country-Musik stilistisch zu verändern. Fiddle und Steel Guitar wurden durch die populäre Gitarre abgelöst. Auch der typische nasale Gesangsstil in hoher Tonlage wurde aufgegeben. Hintergrundchöre unterstützten die Sänger. Es gab außerdem organisatorische Veränderungen. Hatte bis dahin fast jeder Interpret, der eine Schallplatte einspielte, auf seine eigene Tournee-Band zurückgegriffen, so wurde ab jetzt im Studio ein relativ kleiner Kreis hochqualifizierter Session-Musiker eingesetzt. Ein musikalischer Qualitätsgewinn war die Folge. Da aber immer wieder der gleiche Personenkreis beteiligt war, verloren die Aufnahmen bald an Individualität und Frische.

Chet Atkins war maßgeblich für den neuen Sound verantwortlich. Er war einer der ersten, die im Studio mit neuen Varianten experimentierten. Der Produzent Owen Bradley war ein weiterer wichtiger Protagonist des Nashville Sounds. Die Rettungsaktion für die Country-Musik war zunächst erfolgreich. Es blieben zwar etliche Altstars auf der Strecke, aber eine neue Generation von Musikern brachte Nashville wieder ins Geschäft zurück.

Der Nashville Sound bedeutete eine Entmachtung der Stars. Die Produzenten und die Session-Musiker gewannen an Einfluss. Es kam durchaus vor, dass nachträglich und ohne Wissen des Interpreten Instrumente aus einer Aufnahme heraus oder in eine hereingemischt wurden. Auch die "Verbesserung" durch Hintergrundchöre konnte vom Künstler oft nicht verhindert werden. Einige Musiker rebellierten schließlich, und verließen Nashville Richtung Austin, Texas (siehe: Outlaw-Bewegung) oder produzierten ihre Platten in unabhängigen Aufnahmestudios. Das Zeitalter des Nashville Sounds war Mitte der achtziger Jahre zu Ende.

Der Nashville Sound wird aus heutiger Sicht eher negativ beurteilt. Die Nähe zur Pop-Musik, die durch Stars wie Jim Reeves verkörpert wurde, wird besonders von traditionsorientierten Anhängern der Country-Musik abgelehnt. Die Grundidee, nämlich das Genre zu modernieren und durch den Einsatz von Session-Musikern qualitativ zu verbessern, ist aber auch heute noch aktuell.

zurück

 

home
impressum
english


CK DESIGN