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Elektronische Tanzmusik

 

     


Elektronische Tanzmusik

Als Elektronische Tanzmusik bezeichnet man eine Fülle von tanzbaren Musikstilen, die sich elektronischer Instrumente wie Synthesizer und Sampler sowie seit den 90er Jahren auch Native Processing (softwarebasierte Musikerzeugung in Form von Softwaresynthesizern und Softwaresamplern) bedienen.

Als Synonym hat sich teilweise auch Dance Music bzw. Dance eingebürgert, wobei dieser Begriff allerdings besonders im nicht-englischsprachigen Raum auch die "massentauglicheren" Stile der elektronischen Tanzmusik bezeichnet.

Charakteristische Elemente

Die elektronische Tanzmusik basiert meist auf dem so genannten repetitiven Arrangement, bei dem mittels ständiger Wiederholung von Melodie- und Rhythmuspatterns eine tranceartige Wirkung erzeugt wird. Die Lebendigkeit der Musik wird bei den meisten Stilrichtungen durch leichte Veränderungen der Patterns (etwa durch Filtereffekte wie beim Acid) oder auch überraschende Einwürfe (wie etwa beim Minimal Techno) erzielt. Es gibt aber auch Stilrichtungen, die auf das traditionelle Songschema setzen, wie etwa der Eurodance, und andere, in denen beide Elemente kombiniert werden, wie der Trance.

Die elektronische Tanzmusik ist die einzige Richtung innerhalb der Popmusik, in der Atonalität häufig vorkommt und oft auch als Stilmittel eingesetzt wird.

Entwicklung

Das repetitive Arrangement geht eigentlich auf die amerikanischen E-Musiker der so genannten Minimal Music-Bewegung zurück (z.B. Steve Reich), die in den 60er Jahren mit minimalistischen, repetitiven, aber von traditionellen Instrumenten gespielten Arrangements experimentierten. Diese Art des Arrangements wurde von zahlreichen Bands Ende der 60er Jahre in die Popmusik übernommen. Vor allem innerhalb der so genannten Krautrock-Bewegung waren Experimente in diese Richtung häufig, wie es die "Songs" etwa von Can und Tangerine Dream zeigen. Besonders einflussreich war allerdings die deutsche Band Kraftwerk, die als erste Band in den 70er Jahren vollkommen elektronische, tanzbare Beats als Grundlage der Musik verwendeten.

Auf der anderen Seite des Atlantiks, in den USA, keimte in den 70er Jahren eine neue DJ-Kultur auf, die eng mit der Szene der so genannten Disco-Music, aber auch mit dem neu entstehenden Hip Hop verbunden war. Die Discjockeys beschränkten sich von nun an nicht mehr aufs reine "Auflegen" von Musikstücken, sondern experimentierten mit den Platten, indem sie etwa einzelne Rhythmusfragmente als so genannte Loops wiederholt abspielten. Aus dieser Szene ging die so genannte House Music hervor, der erste "offiziell anerkannte" Stil der elektronischen Tanzmusik.

Die Stilrichtung Electro Funk kombinierte erstmals beide Elemente - europäischen Synthpop und amerikanischen House bzw. Hip Hop - und entwickelte sowohl in Europa und in den USA ab Anfang der 80er Jahre zahlreiche Untergenres und Weiterentwicklungen, die teilweise eher dem Pop nahestanden, teilweise aber auch rein auf den tanzbaren Aspekt setzten (z.B. Techno).

Ende der 80er Jahre gelang der elektronischen Tanzmusik der kommerzielle Durchbruch. Von nun an entstanden fast jedes Jahr neue Untergenres, die die neue Musikform auch mit anderen Elementen wie Rock, Pop, Reggae und Gothic mischten. Bis heute ist die elektronische Tanzmusik zu einem wesentlichen Bestandteil der Popmusik geworden, der nicht nur die Musik, sondern auch die Mode sowie die Ausgehgewohnheiten, aber auch unerwünschte Nebenwirkungen wie den Drogenkonsum grundlegend geändert hat. Ein Beispiel sind die Raves, Massenveranstaltungen, auf denen zu elektronischer Tanzmusik oft tagelang ohne Unterbrechung getanzt wird, begleitet oft von aufputschenden Drogen wie Ecstasy oder Amphetamin.

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