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Speedcore

 

     


Speedcore

Als Speedcore wird eine Variante von Hardcore Techno bezeichnet, die schneller ist als Gabber. In Takt-Viertel pro Minute ausgedrückt, liegt der Übergang von Gabber zu Speedcore etwa zwischen 250 und 300 BPM. Da es keine klare Definition gibt, erfolgt die Einteilung bei den Hörern individuell.

Beschreibung

Hauptbestandteil von Speedcore sind verzerrte und übersteuerte Perkussionsklänge aus Drumcomputern. Dazu kommt oft Geschrei, Samples aus Horrorfilmen, aussergewöhnlich grobe und verzerrte Synthesizer-Geräusche und -klänge und manchmal auch kurze Melodie-Sequenzen. Die Wirkung der enorm schnellen Bassschläge wird von vielen Partybesuchern als Rausch erlebt. Durch Informationsüberflutung mit schnellen Stroboleuchten und Schwarzlicht sowie der Basswirkung auf den Körper wird eine drogenartige Stimmung erzeugt. Tarnnetze als Dekoration und floureszierende Wand- oder Rauminstallationen erhöhen diesen psychedelischen Effekt.

Entstehung/Geschichte

Speedcore ist aus Hardcore Techno und Gabber entstanden und gilt als Unterbereich von Hardcore. Die CD "New York City Speedcore" (Diskographie (http://www.discogs.com/release/36032)) von Disciples Of Annihilation (DOA) war nach Meinungen Vieler das erste Auftauchen des Begriffs.

Produktion

Produziert wird Speedcore meist mit Trackern, da dies sehr kostengünstig ist und es nahezu jedem ermöglicht, diese Musik zu produzieren. Mittlerweilen wird oft auch moderne Software wie Reason oder Fruity Loops verwendet.

Songstruktur und Harmonielehre haben keine Bedeutung. Die Konzentration gilt einzig der Erschaffung von möglichst lärmigem, schnellen und grobem elektronischen Sound. Die Produzenten versuchen, in der Geschwindigkeit, dem Übersteuern und Verzerren von Klängen und der Stimmverfremdung an die Grenzen des technisch Machbaren zu gelangen. Da Kenntnisse von Komposition und Harmonie völlig unnötig sind, können Leute mit keinerlei musikalischem Background Speedcore produzieren. Auch das Experimentieren mit elektronischer Klangerzeugung ist nur bedingt relevant - da die eigentliche Zerstörung von Wellenformstrukturen zu Rauschen, Rattern und Kratzen weder besonderes Wissen im Umgang mit Synthesizern, noch Kenntnisse in der Tontechnik erfordert. Trotz alledem wird Speedcore von den Anhängern als "Kunstform" und "Verständigungsebene" bezeichnet.

Speedcore-Szene

Die meisten "Speedcore'er" (auch: Speedcoreheads) sind typischerweise unpolitisch. Getragen wird oft Kleidung in schwarz oder Tarnfarben und Kapuzenpullover mit unpolitisch gemeinten Botschaften; der Begriff "Terror" und damit zusammenhängende Motive sind oft anzutreffen. Jegliche Verbindung zu Gewalt oder politischer Meinungsäusserung wird abgelehnt.

Die Mehrheit dieser Subkultur produziert aufgrund der "einfachen" Produktionsweise und den "geringen Anforderungen an den Produzenten" selbst Speedcore oder legt Musik auf Partys auf (siehe DJ). Die Speedcore-Szene ist größtenteils in Mitteleuropa anzutreffen. Der Anteil männlicher Freunde des Speedcore liegt bei etwa 90%.

Szene-Anhänger benutzen diese Musik u.a. zum Spannungs-/Aggressionsabbau gegen die alltäglichen Zwänge oder Ungerechtigkeiten und zur Abgrenzung von der Musikindustrie und ihren Vermarktungs-Techniken.

Bekannte Künstler/DJs

Akira, Amiga Shock Force, Amp (aka Ampakill, Ampa, esc), ANC, Bazooka, The Berzerker, BTC 107A, BDR, Claymore, Cipher, Darkfreak , Dashcraft, The DJ Producer, Drow, Drunken Master, Elektrotot, Fater, Gabba Front Berlin, Hellfish, Inapt, Kielce Terror Squad, Kozaak, Lenny Dee, Low Entropy, Lonely Freek, LTS, Mahatma, Materialschlacht, Messias, Milan Speedcore Project, Nasenbluten, NH3, Nihil Fist, Noizefucker, Nordcore , Passenger of Shit, Qualkommando, Radium, Sampler19, The Speedfreak, Stormtrooper, Tachyon, t3RRORbit, Terrormasta, Totmacha, Vojeet u.s.w.

Ähnliche Musikrichtungen

Speedcore- und Hardcore-Anhänger haben eine ganze Reihe von Begriffen erfunden, um die verschiedenen "Nuancen" des Hardcore Techno zu unterscheiden und zu kategorisieren. Allerdings gibt es keine klaren und einheitlichen Definitionen und viele Begriffe sind nur von regionaler Bedeutung. Die Wortkonstruktionen beinhalten meistens den Zusatz "Core" (engl. "Kern") und ergeben in der Übersetzung nur wenig Sinn.

Fast Gabba

• Es heisst, dass der Begriff "Fast Gabba" ("Gabba" für Gabber) zuerst in Berlin aufgetaucht ist, um eine klare Trennung heutiger Produktionen zu den Gabber-Wurzeln herzustellen. Szene-Anhänger sind in der Ansicht, dass heutige Gabber-Produktionen im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen "softer" geworden sind. Somit stellt "Fast Gabba" der Übergangsbereich zwischen Gabber und Speedcore dar.

Frenchcore

• Bei Frenchcore steht eine Kick-Bassdrum im Vordergrund, die - im Unterschied zu Speedcore - aber nicht verzerrt wird. Enthalten sind meist französische Sprachsamples/Vocals, seltener englische oder deutsche.

Terror/Terrorcore

• Bei Terror (der Begriff wird auch im Punk und Heavy Metal-Bereich verwendet) geht es darum, den "thrashigen" Charakter eines Songs zu steigern.

Muss nicht unbedingt schnell sein, wichtiger ist dass der Track chaotisch und "wirr" klingt, ("klingt wie einstürzende neubauten").

Noize/Noizecore

• Noize (teilweise auch mit "s" geschrieben) forciert den chaotischen und unstrukturierten Charakter von Speedcore. Zusammenhänge sind für das menschliche Ohr kaum mehr erkennbar.

Breakcore

• Musik in der Geschwindigkeit von Speedcore, aber mit gebrochenen Rhythmen (siehe Breakbeat).

Splitter/Splittercore

• Wenn Speedcore-Vinyl auf überhöhter Geschwindigkeit gespielt wird, sind keine Bassschläge mehr wahrnehmbar. Es klingt wie zersplitterndes Glas.

Deathcore/Xtremecore

• Während Gabber lange Zeit den gesamten härtesten und schnellsten Bereich von Hardcore Techno bezeichnete, wurde später von vielen der Bereich "Speedcore" abgetrennt und speziell benannt - als Zusammenfassung des härtesten und schnellsten Bereich von Gabber. Das selbe wiederholte sich, als Szene-Anhänger den härtesten und schnellsten Bereich von Speedcore speziell benannten: meist mit "Deathcore" oder "Xtremecore".

Zur Zeit (Ende 2004) tritt diese Musikrichtung auf der Stelle, man sei also gespannt ob und wie lange diese Subkultur noch weiter existieren wird, als guter Gradmesser dafür dient die jährliche Demonstration "Fuckparade".

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