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Ragtime

 

     


Ragtime

Ragtime ist eine Musikrichtung, die um 1890 in den Saloons der USA entstand und im wesentlichen ein Klavierstil war, aber auch von Bands und Orchestern sowie für Gitarre adaptiert wurde.

Musikalische Charakteristik

Viele der ersten Jazz-Pianisten kamen vom Ragtime her, und viele der ersten Jazz-Standards waren Rag-Kompositionen. Ragtime ist im Gegensatz zum Jazz weitgehend durchkomponiert. Der Name leitet sich aus "ragged time", also "zerrissener Zeit" ab, was sich auf die markanten Rhythmen bezieht: Charakteristisch ist die "stride-Technik" der linken Hand, bei der auf 1 und 3 des 4/4 Taktes der Bass (meist in Oktavschlägen), und auf 2 und 4 die Akkorde gespielt werden. Die "Zerrissenheit" ergibt sich aus der Tatsache, dass die rechte Hand dazu zwar Achtelnoten spielt, aber jede 3. Note betont. Zudem werden diese Achtelnoten immer wieder synkopisch übergebunden. Anders formuliert: ragtimetypisch ist eine durchweg synkopierte Melodie zu einem durchgängigen Duolen-Rhythmus.

Geschichte

1897 erschienen die ersten Ragtime-Kompositionen, zuerst der Louisiana Rag von Theodore Northrup. Der erste bedeutende Ragtime-Musiker und -Pianist war Tom Turpin, dessen Harlem Rag ebenfalls 1897 erschien.

Der Weltausstellung in St. Louis im Jahre 1904, zu der Tom Turpin einen großen Ragtime-Wettbewerb veranstaltet hatte, wurden etliche Ragtimes gewidmet, der St. Louis Rag von Tom Turpin, der St. Louis Tickle von Theron Catlen Bennet, und The Cascades in Erinnerung an die Weltausstellungswasserspiele von Scott Joplin. Der Ragtime hatte damit, d.h. 5 Jahre nach Erscheinen von Joplin's Maple Leaf Rag (Auflage 1/2 Mio.), den ersten emotionalen Höhepunkt für seine Musiker. Ein Hauptort des Ragtime wurde auch Joplin's Wohnort Sedalia, Missouri, wo auch sein Verleger John Stark schon seit 1885 ansässig war.

Von 1906 bis zum 1. Weltkrieg war Ragtime die populäre Musik in den USA. Nicht mehr streng der Form der Ragtimekomposition entsprechend, sondern nur noch Stilelemente des Rag benutzend waren zu dieser Zeit die sogenannten Ragtime-Songs, d.h. Schlager im Stil der Zeit.

Bedeutende Komponisten und Interpreten

Die bekanntesten Ragtimes sind Scott Joplins The Entertainer von 1902, der durch seine Verwendung im Film Der Clou 1973 großen Erfolg hatte, und das als Noten ebenso wie als Schallplattenaufnahme meistverkaufte Ragtime-Stück Twelfth Street Rag von Euday Bowman aus dem Jahr 1914, als das Ende der Ragtime-Ära begann. Bereits weniger kompositorisch und damit jazzmäßiger spielte Jelly Roll Morton in New Orleans, der von sich selbst behauptete, im Jahre 1902 den Jazz erfunden zu haben.

Bedeutend als Vorbild für einige der ersten Jazz-Pianisten war Eubie Blake, der in Baltimore, Atlantic City und New York aktiv war, und ab 1899 Ragtimes komponierte. Blakes Ragtimes sind ein Beispiel dafür, daß es sich bei diesen Werken sowohl schwarzer als auch weißer Komponisten durchaus um anspruchsvolle Klavierliteratur handelt. Einer der schönsten Ragtimes ist der von Louis Chauvin, dem Gewinner des Wettbewerbs von St. Louis, und Scott Joplin gemeinsam komponierte Heliotrope Bouquet.

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