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Heavy Metal

 

     


Heavy Metal

Heavy Metal (nach neuer Rechtschreibung auch: Heavymetal) (englisch heavy metal: "Schwermetall") ist im engeren aber auch gebräuchlicheren Sinne eine Stilrichtung der Rockmusik. Die Musik ist im Groben eine Weiterentwicklung des Hard Rock mit Elementen aus Blues, Jazz und Punk. Im weiteren Sinn ist der Heavy Metal jedoch vor allem eine Jugendsubkultur mit Szeneidentität und Traditionen. Die Szenegänger bezeichnen sich selbst oft als Metaller, Metalheads oder Heavies.

Heute wird zwischen mehreren Substilen unterschieden – beispielsweise Thrash Metal, Death Metal oder Black Metal. Der Ausdruck Heavy Metal benennt genau genommen eines dieser Subgenres, das die vorherrschende Spielweise des der 1970er und 1980er umfasst; er wird aber in vielen Fällen synonym mit Metal als Oberbegriff angesehen. Das als Heavy Metal bezeichnete Subgenre trägt manchmal auch den Namen Classic Metal.

Einigen Menschen erscheint der Metal als primitiver, lauter Krach, dessen Hochschätzung durch die Szene schwer nachvollziehbar sei. Insgesamt gibt es – wie in jeder Musikrichtung – auch hier zwar talentlose Musiker, aber auch einige der besten Sänger und Instrumentalisten der Welt, oder zumindest der Populärmusik. Im Grunde misst die Metalszene technisch-musikalischem Können aber größere Bedeutung zu als beispielsweise die Punkrock- oder Oi!-Szene – wenngleich Anspruch und Realität sich natürlich nicht zwingend decken müssen. Viele Kompositionen des Metal stehen in ihrer Komplexität denen anderer Musikrichtungen aber objektiv nicht nach.

Während einige Metalbands große kommerzielle Erfolge verbuchen können, sah sich die Szene von der Öffentlichkeit früher – teilweise auch noch heute – mit Vorurteilen konfrontiert. Metal wurde mit Begriffen wie Satanismus, Proletentum und Rechtsradikalismus in Verbindung gebracht und die Szene diffamiert, was für viele Anhänger ein Problem darstellte, andererseits aber auch als Identitätsmerkmal zur Abgrenzung zum sogenannten Mainstream diente.

Inhaltsverzeichnis

1 Metal als Subkultur und Kunstform
2 Musik und Kunst

2.1 Instrumentierung
2.2 Musiktheoretische Merkmale
2.3 Visualisierungen
3 Geschichte

3.1 Ende der 60er bis Anfang der 80er Jahre
3.2 Ab Mitte der 80er Jahre
3.3 Stilarten
4 Kultur

4.1 Gedankengut
4.2 Trueness und Debatten
4.3 Auftreten
4.4 Verhältnis zu anderen Subkulturen
4.5 Verhältnis zur Superkultur
5 Konzerte
6 Bekannte Plattenlabel
7 Persönlichkeiten
8 Weblinks

Metal als Subkultur und Kunstform

Metal präsentiert sich in erster Linie als musikalische und teilweise auch als visuelle Kunstform, ist jedoch oft mit der dahinter stehenden Subkultur eng verbunden. Die Musik und graphische Kunst sind Ausdrucksformen der Szeneidentität.

Die verschiedenen musikalischen Stilrichtungen (Subgenres) im Metal sind daher auch als Ausdrucksformen entsprechender Strömungen innerhalb der größeren Metalszene zu begreifen.

So zeichnet sich beispielsweise der Gothic Metal musikalisch durch tiefe und langsame, im Allgemeinen melancholisch wirkende Melodien aus, die als musikalischer Ausdruck des von den Anhängern dieser Metalrichtung geteilten Lebensgefühls empfunden werden; die Splattertexte, Blastbeats und Growls des Death Metal sind Ausdruck des Zerstörerischen, Gewalttätigen, mit dem die Szene sich beschäftigt; Riffrepetitionen und Keyboardteppiche unterstreichen die dunklen emotionalen Zustände, die beim Black Metal im Mittelpunkt stehen.

In grober Verallgemeinerung lässt sich sagen, dass sich die Kultur und die Texte der Musik mit verschiedenen Extremen (Gewalt, Verzweiflung, Euphorie) beschäftigt. Diese Identifikation mit dem Extremen stellt im Metal das für den Rock typische Rebellentum da, ohne jedoch zwangsläufig etwas verändern zu wollen. So grenzt man sich allein durch sein Äußeres bewußt von der restlichen Gesellschaft ab und zeigt seine Dazugehörigkeit zu seiner eigenen Subkultur.

Der Metalhead "lebt" die Musik. Provokation wird in einigen Subgenres groß geschrieben, weshalb diese Kulturbewegung oft in der Öffentlichkeit missverstanden wurde. So wird man zum Beispiel vereinzelt mit Symbolik konfrontiert wie dem Eisernen Kreuz, Totenköpfen, Pentagrammen und anderen okkulten und militanten Symbolen, die eine Faszination des Bösen und Zerstörerischen reflektieren, jedoch im Allgemeinen (ähnlich wie bei Bikern der 60er Jahre) keinerlei politischen Hintergrund haben.

Andererseits steht für Metalheads die Musik klar im Zentrum, und es besteht für sie wenig Bedarf nach anderen Ausdrucksmitteln für ihre Szenezugehörigkeit.

Musik und Kunst

Instrumentierung

Heavy Metal wird nur selten von Einzelkünstlern, sondern primär von Bands vorgetragen. Die Standardbesetzung bilden hier Schlagzeug (manchmal mit Double Bass), Bassgitarre, Rhythmusgitarre, Leadgitarre und Gesang – der manchmal auch von einem der Instrumentalisten übernommen wird. Manchmal fallen auch Rhythmus- und Leadgitarre zusammen.

Die Gitarren spielen im Metal eine Schlüsselrolle. Hohe Verstärkung, Distortion, ein Equalizer, der die Höhen sowie die tieferen Bässe betont, und auch einige andere elektronische Effekte gelten als obligatorisch, und schaffen einen insgesamt druckvollen Sound. Gitarrensolos sind in den meisten Substilen des Metal ebenfalls eine Selbstverständlichkeit. Oft verwendete Techniken sind hier Sweep Picking und Tapping, und im Allgemeinen Virtuosität in Form hoher Spielgeschwindigkeit als eine wichtige Kategorie – Kritiker meinen hierbei allerdings, dass sonstige Qualitäten vernachlässigt würden.

Der Gesang reicht in den einzelnen Metalstilen von klarem Gesang, über Geschrei (Shouting) bis hin zu verzerrtem Gekrächze und gutturalem Gesang (Growls) im Black oder Death Metal. Vor allem bei letzteren Stilen ist es of schwer, die Texte zu verstehen, und man tendiert hier dazu, mehr von "Vokalisten" als von "Sängern" zu reden. Der cleane Gesang trägt manchmal gewollt penetrante, hysterische Züge.

Musiktheoretische Merkmale

Musikalisch zeigt der Metal sowohl Einflüsse aus der klassischen als auch der Unterhaltungsmusik, wobei das bei den einzelnen Subgenres variiert.

Der Großteil aller Metalsongs ist in der Tonart Moll geschrieben; Im Vergleich zu anderen Musikrichtungen im Unterhaltungsbereich greifen die Musiker aber auch sehr oft auf die Kirchentonleitern zurück, beispielsweise verwenden Metallica sehr häufig den phrygischen Modus. Während man sich von dem größten Teil der modernen und jüngeren klassischen Musik dadurch abgrenzt, wirken diese Tonleitern auf die Hörer anfangs eher ungewohnt und fremd.

Eine weitere Tonleiter, die im Metal oft verwendet wird ist die Pentatonik (und die Bluesskala, eine Pentatonik mit verminderter Quinte). Diese Tonleiter stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, findet aber heute überall in der Unterhaltungsmusik Verwendung. Die Pentatonik ist ein sehr simples System, Gitarristen wie Zakk Wylde und Angus Young haben aber bewiesen, dass auch hier zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten bestehen.

Metal steht hauptsächlich im 4/4-Takt, allerdings kommen sämtliche Songs, die einen anderen Takt verwenden, meist sehr gut an, da sie Abwechslung bieten. So wechselt der Takt in "One" von Metallica mehrere Male, was sicherlich auf diese Weise zu seinem Erfolg beigetragen hat. Metalballaden stehen generell im 6/8-Takt, nicht zuletzt weil dieser Takt sich gut für Akkordzerlegungen (Arpeggi) eignet (siehe "Nothing Else Matters" von Metallica).

Häufig (vor allem im atonalen Death-Metal-Bereich) macht man von vielen komplexen Tempi- und Taktartenwechsel Gebrauch, um noch mehr Abwechslung in die Musik zu bringen. Das führt wiederum dazu, dass die Songs (gewollt) uneingängig wirken.

Visualisierungen

Typisch für den Metal ist, dass die große Rolle, die die optische Präsentation musikalischen Materials spielt – manche Kritiker behaupten sogar, eine größere als die Musik selbst. Die Albumcover und Bootlegs sind oft komplex gestaltet mit gezeichneten Motiven und teilweise bis zur Unleserlichkeit verzierten Bandnamenschriftzügen (dies besonders im Bereich von Death und Black Metal). Die visuelle Komponente soll grundsätzlich die inhaltliche Komponente, das transportierte Gefühl der Musik, verstärken. Das Album wird somit zum Gesamtkunstwerk, wenngleich die Ausarbeitung natürlich auch von den finanziellen Mitteln der Künstler abhängt.

Geschichte

Ende der 60er bis Anfang der 80er Jahre

Die Ursprünge des Heavy Metal liegen im Hardrock, so gilt auch die Hardrockband Led Zeppelin als einer der Vorväter des Heavy Metal.

Der Begriff selbst geht übrigens angeblich auf die Band Steppenwolf zurück, in derem bekanntestem Lied »Born To Be Wild« erstmals von »heavy metal thunder« die Rede ist.

Als eigentlicher Begründer des Heavy Metal gilt die Band Black Sabbath. Ursprünglich unter dem Namen »Earth« gegründet, hatte diese Band ihre Wurzeln im Jazz und Bluesrock. 1969 benannten sie sich dann in »Black Sabbath« um und begannen, eine härtere, riffbetonte Art von Musik zu machen, als das ihrem Genre üblich war. Ihr auf Okkultismus basierendes Image beeinflusste den noch nicht erfundenen Musikstil maßgeblich. Während die Hippies den Glauben an die "Macht der Liebe" propagierte, fokussierte sich die Heavy-Metal-Subkultur auf die Schattenseiten menschlichen Lebens, als Trotzreaktion auf den Niedergang jener noblen Ideale.

Vor allem junge britische Bands wie Iron Maiden, Saxon oder Samson prägten eine Generation von Musikbands, die sich von den zu dieser Zeit dominierenden Punkbands abheben wollten. Dazu bedienten sie sich eines Stils, der zum einen die Frische und Geschwindigkeit des Punk beinhaltete, zum anderen aber auch die Härte, Dynamik und Filigranität des Hardrock, den Bands wie Deep Purple in den 70ern populär gemacht hatten.

Einzelne Hardrockbands wie Judas Priest aus Birmingham passten sich dem neuen Stil an und entwickelten sich zu Heavy-Metal-Bands (in der Musikpresse als NWoBHM (New Wave of British Heavy Metal) bezeichnet), daher kommt auch das Verwechselungspotential der Stile. Heute gilt Hardrock gemeinhin als gemäßigte Variante des Heavy Metal.

Ab Mitte der 80er Jahre

Etwa ab Mitte der 80er Jahre wurde deutlich, dass der Heavy Metal im Begriff war, sich in einzelne Substile aufzuteilen, und sich die Bezeichnung Heavy Metal zu einem Oberbegriff entwickeln würde. So entstanden in den USA der Thrash Metal und der Speed Metal mit Bands wie Slayer und Metallica und wenig später besonders in Florida der Death Metal mit Bands wie Death und Morbid Angel. Beiden Stilen war gemein, dass sie ihren Urstil jeweils an Geschwindigkeit und Aggressivität übertrafen.

Mit Reign in Blood schufen Slayer nach allgemeiner Auffassung einen Klassiker des Thrash Metal, und durch ihr unbedarftes Kokettieren mit Satanismus und teilweise auch Nazisymbolen erhöhten sie die Messlatte für Provokationen deutlich – was ihrem Ruf im allgemeinen jedoch eher schadete.

Metallica setzten mit Kill'em All aber den Grundstein für den Thrash Metal. Ihre viel gelobten Werke Master of Puppets und The Black Album setzten neue Maßstäbe in der gesamten Metalszene. Letzteres Album startete den Trend bei vielen Bands, ihr Songwriting zu vereinfachen. Gerade ihr etwas ruhiger Song Nothing Else Matters hat als Akustikballade eine enorme Popularität. Sie gelten mit ihrem ausgesprochen großem Erfolg in der Welt quasi als der Inbegriff des Metal selbst und verhalfen dieser Musikrichtung zum kommerziellem Durchbruch im Mainstream. Ihr ehemaliger Gitarrist Dave Mustaine gründete die ebenfalls sehr erfolgreiche Band Megadeth.

Parallel zum aggressiven Thrash Metal und Speed Metal etablierte sich in den 80er Jahren von den USA aus aber auch der sogenannte Hairspray Metal, Poser Metal oder Cock Rock. Er übernahm musikalische Elemente des Metal und verknüpfte sie mit dem Auftreten und Image des Glam Rock. Die Musikrichtung dominierte die Mainstreamcharts bis zum Aufkommen des Grunge. Die bekanntesten Vertreter dieser Richtung sind Poison, Mötley Crüe und Bon Jovi sowie Guns'n'Roses, wobei letztere eigentlich zum verwandten Sleaze Rock gerechnet werden.

In Europa entwickelte sich in den 80er Jahren vor allem in Deutschland eine relativ umfangreiche Szene, wobei sich Hamburg und das Ruhrgebiet als kulturelle Zentren etablieren konnten. Kreator und Destruction sind beispielsweise die beiden bekanntesten Vertreter des deutschen Thrash Metal, welcher sich gegenüber dem gut produziertem Metal aus Amerika durch seine Rauheit auszeichnete. Auf der anderen Seite begründeten Helloween, Accept, Blind Guardian und Gamma Ray den sogenannten German True Metal oder Melodic Speed Metal (oder auch Power Metal).

Ebenfalls erwähnenswert sind Venom aus Sussex (England), die weniger durch musikalische Finesse als viel mehr durch ihre für damalige Maßstäbe hohe Aggressivität in ihren Songs und ein satanistisches Image zu Legenden der Szene wurden.

Während anfang der 90er Jahre die Ära des Poser Metal im Zuge der Grunge-Welle schnell endete, hatten auch die anderen Stile des Metal den Zenith ihres Erfolges überschritten. Angesichts des Rückzuges des Metal in den Underground titelte die Rock Hard sogar: "Ist der Metal tot•". Der Mainstream wurde von nun an von Pop, Techno, R'n'B und Hip Hop dominiert.

Im Untergrund setzte jedoch gleichzeitig eine Stilexplosion ein, wobei sich die skandinavische Metalszene als dominierend erwies.

In Norwegen hatte sich schon in den 80er Jahren auf Basis des Thrash Metal der Black Metal entwickelt, welcher den Death Metal in musikalischer Aggressivität zu übertreffen suchte, und dessen Bands – bedeutsam waren Mayhem und Burzum – mit dem Image des absoluten Bösem kokettierten. Anfang und Mitte der 90er legte die Öffentlichkeit verstärkt ihren Blick auf diese Musik und Szene - vor allem aufgrund brisanter Ereignisse wie Kirchenbrandstiftungen, der Selbstmord von Mayhem-Sänger Dead und der Mord von Varg Vikerness von Burzum an Euronymous von Mayhem. Damals waren beide Ikonen, während Varg Vikerness wegen seiner rassistischen Gesinnung heute abgelehnt wird. Jedoch genießt ihre Musik – beispielsweise Burzums "Filosofem" – bis heute Kultstatus. Spätere bedeutende Bands waren Emperor oder Immortal. Dimmu Borgir oder Cradle of Filth konnten eine weitreichende Popularität im Mainstream erlangen – wofür sie vom Underground gescholten wurden.

Ebenfalls um 1990 nahm in Schweden die New Wave of Swedish Death Metal ihren Anfang. Während Dismember oder Entombed eine betont raue Variante des Death Metal popularisierten, verwendeten Hypocrisy – bis heute eine Szeneikone – vermehrt melodischere Passagen. In Göteborg entstand ausgelöst von At the Gates die sogenannte Göteborger Schule, der Melodic Death Metal, der die Brutalität des Death Metal mit den melodischen Elementen des NWoBHM verband. Bands wie In Flames und Dark Tranquillity verhalfen diesem Stil zum europaweitem Durchbruch.

Ebenfalls aus Schweden stammen Hammerfall, welche ein neues Aufkommen des Power Metal/True Metal in der Szene einläuteten.

Die Gothicszene Deutschlands hatte in den 90ern eine große Relevanz für diese gesamte Subkultur entwickelt. Einige Bands übernamen Merkmale des EBM und des Metals und führten so den Gothic Metal neu in die Szene ein, beispielsweise Crematory. Wichtig war ab den 1990ern für die deutsche Metalszene auch das Plattenlabel Nuclear Blast, das, trotz den "Ausverkaufs"-Vorwürfen des Untergrundes, viele erfolgreiche Bands der europäischen Szene unter Vertrag hatte.

In Lateinamerika zeigten sich Sepultura, Soulfly oder Krisiun aus Brasilien als Vertreter des Thrash bzw. Death Metals. In Osteuropa entstand noch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs eine Metalszene mit den Schwerpunkten Thrash Metal (Kruiz, Shah), Death Metal (Vader) und Black Metal (Behemoth).

Während der Metal in Europa – Deutschland stellt das Wacken Open Air als wichtigstes Festival der Szene – lebendig blieb, sah sich die nordamerikanische Szene mit einer Stagnation konfrontiert, auch wenn Bands wie Manowar, Metallica, Megadeth oder Slayer eine unverändert große weltweite Popularität genossen. Pantera, eine ehemalige Hairspray-Metal-Band, setzten jedoch mit ihren Alben prägende Akzente, indem sie Thrash Metal mit Hardcoreeinflüssen anreicherten.

Dies sollte den Grundstein für den Nu Metal legen. Jene Musikrichtung, ausgehend von den USA, gestaltete sich zu einem prägenden Trend der ausgehenden 90er. Losgetreten von den Bands Korn und Limp Bizkit und später durch Slipknot weitergeführt, konnte man sich gegenüber der dominierenden Black Music sogar in den Charts behaupten. In der – von nun als "klassisch" oder "traditionell" wahrgenommen – bisherigen Metalszene beäugte man den Erfolg dieser Musik allerdings tendenziell skeptisch: zu stark der Einfluss von Hardcore und Hip Hop, zu deutlich der Anschein der Kommerzialität, zu gering die Ursprünge in der alten Metalszene.

Um 2002–2004 ließen die Verkaufszahlen der meisten Nu-Metal-Bands jedoch stark nach, während – in einem Prozess der an den Cock-Rock/Grunge-Umschwung eine Dekade zuvor erinnerte – ausgehend von der Hardcoreszene der Metalcore an Bedeutung gewann. Diese New Wave of American Heavy Metal, angeführt von Bands wie zum Beispiel Killswitch Engage oder Chimaira, vermengte Einflüsse des Hardcore mit klassischem Metal, besonders dem Melodic Death Metal Schwedens.

Stilarten

Die Unterscheidung verschiedener Substile stellt heute einen wichtigen Aspekt des Szenelebens dar; die Fähigkeit, die Stilarten zu unterscheiden, gilt für einen Metaller als selbstverständlich. Während aber einerseits viele Fans ein ausgearbeitetes Verständnis der Stilrichtungen haben, lehnen andere derartige Unterteilung als "unnatürlich", nutzlos und einschränkend ab.

Während ein Metaller anfang der 1980er ohne Bedenken Bands verschiedener Stilrichtungen hörte, war die Ausprägung der Substile anfang der 1990er in einem Stadium angelangt, wo ein Metalhead sich für einen einzelnen bestimmten Stil zu entscheiden und nur Bands aus diesem Bereich gut zu finden hatte. Mitte der 90er entschärften sich diese Spannungen aber schnell.

Die Strömungen definieren sich nicht nur musikalisch, sondern hinter ihnen stehen häufig auch eigene Subszenen im Heavy Metal. In einigen Fällen wird die Ideologie sogar als einziges Kriterium zur Unterscheidung verwendet. Auf der anderen Seite gibt es Richtungen, die keinen Szenehintergrund haben und somit nur über die Musik differenziert werden.

Auch ist manchmal strittig, ob ein Genre kulturell zum Heavy Metal zählt, wenngleich ein musikalischer Einfluss vorhanden ist, oder sogar, ob ein eine Stilbezeichnung überhaupt anwendbar ist. Folgende Liste soll daher weniger eine Aufzählung von Stilarten, sondern vielmehr von Stilbezeichnungen sein.

Gebräuchliche Stilbezeichnungen im Zusammenhang mit Heavy Metal sind u. a.:
• Alternative Metal
• Black Metal
• Black Chamber bzw. Kammermetal
• Folk Black Metal
• Pagan Metal
• Viking Metal
• National Socialistic Black Metal/NSBM
• Crossover
• Classic Metal
• Dark Metal
• Death Metal
• Melodic Death Metal
• Doom Metal
• Dramatic Metal
• Funeral Doom Metal
• Dark Doom Metal
• Drone Doom Metal
• Epic Metal
• Extreme Metal
• Folk Metal
• Fun Metal
• Funky Metal
• Gothic Metal
• Grindcore
• Hairspray Metal
• Humppa Metal
• Industrial Metal
• Mathcore
• Metalcore
• Melodic Metal
• Mittelalter Metal
• New Wave of British Heavy Metal oder NWoBHM
• Nu Metal
• Power Metal
• Progressive Metal
• Speed Metal
• Stoner Metal
• Symphonic Metal
• Technometal
• Thrash Metal
• True Metal
• Unblack Metal
• US Metal
• White Metal

Kultur

Zwar betrachten nicht wenige Hörer den Metal in erster Linie nur als Musikrichtung, aber viele Fans bauen eine sehr starke Identifikation mit ihrer Musik auf und nehmen teil an einer Subkultur. Da das Einstiegsalter für diese Kultur primär in der Pubertät liegt, ist die Szene um diese Musik eine Jugendsubkultur.

Gedankengut

Heranwachsende liegen unter einem Anpassungsdruck durch die Sozialisation; Jugendkulturen sind für Heranwachsende eine Möglichkeit, die Vergesellschaftung, die Beugung und Zurückhaltung der eigenen Persönlichkeit, zu kompensieren, und sich von der Lebensführung der Elterngeneration abzugrenzen.

Ältere Jugendkulturen verloren jedoch teilweise ihren Reiz, da sie von der Gesellschaft und Medienwirklichkeit zur Normalität absorbiert wurden, oder weil ihre Integrität abnahm. Beispielsweise verlor der Punk Ende der 1990er an Zulauf; und so geschah es auch mit der Hippieszene, deren Ideale von Frieden und allgemeiner Liebe in Laufe der Zeit als realitätsferne Utopie erschienen. Hier findet sich der Entstehungszeitraum des Heavy Metal, der ursprünglich als Gegenkultur zu den Hippies in den 1970ern Zulauf erhielt.

Wie in jeder Jugendsubkultur existiert hier ein typisches Gedankengut, dessen Ausbau und Ausprägungsgrad von Hörer zu Hörer natürlich variiert, so dass keine Pauschalisierungen möglich sind. Diese "Ideologie" – deutlich beispielsweise in Texten, Auftreten oder Image der Bands – stellt für den Jugendlichen einen Reiz dar, sich mit der Subkultur zu beschäftigen, obgleich natürlich auch das simple Gefallen der Musik nicht vernachlässigt werden kann. In der Metalszene entstanden im Laufe der Zeit, als die Anzahl der Bands und Szeneanhänger im umfangreicher wurde, Substilistiken – man kann sogar sagen, dass Heavy Metal sich auf einer Zwischenstufe von einer einzigen, vielfältigen Szene zu einer Ansammlung separater, verwandter Szenen befindet. Zwar existieren in diesen Szenen nicht nur Unterschiede in der Musik, sondern auch in der Ideologie, jedoch sieht man sich selbst immer noch unter dem Oberbegriff Metal, und es lassen sich geistige Grundmuster ausfinding machen.

Der Fokus liegt im Metal aller Substile noch wesentlich stärker auf der Musik als dies schon im Punk, Gothic oder Hip Hop der Fall ist. Die Identität als Metaller kommt erst durch sie wirklich zum Ausdruck. In den Augen des Szenegängers unterscheidet sich seine Musik vor allem durch ihre Intensität und Authentizität. Erstere Eigenschaft lässt sich vor allem auf ihre Lautstärke, ihren straffen Rhythmus, ihren Spiel von Dissonanz und Konsonanz sowie ihrer im Vergleich zur Popmusik größeren Komplexität festmachen. Als authentisch erlebt ein Metalhead seine Musik durch ihre prinzipielle Nachvollziehbarkeit – sie wird größtenteils auf bekannten Instrumenten von ihm bekannten Musikern gespielt, während man beispielsweise in der Popmusik normalerweise nur geringen Einblick in den Schaffensprozess erhält.

Diese Art der Intensität und Ehrlichkeit setzt sich in den Texten der Musik und dem Auftreten der Musiker und Hörer fort. In Text und Auftreten lassen sich in allen Bereichen des Metal Thematiken des von der Gesellschaft Tabuisierten, Abgelehnten, Verdrängten oder Entrückten finden – Gewalt, Konflikt, negative Gefühle, Fantasy. In der Szene existiert die Tendenz, jene Themen durch eine breite Auswahl teilweise sehr extremer Symboliken zum Ausdruck zu bringen – beispielsweise Satanismus, plakative Männlichkeit, Splattertexte oder Sozialkritik – was Außenstehende, berechtigterweise, oftmals abschreckt und einen negativen Eindruck hinterlässt; jedoch werden sie innerhalb der Kultur keinesfalls konkret gedeutet. Ihre Extremität soll viel mehr die Intensität des Metals verstärken, und extreme Emotionen transportieren und ausdrücken. Das Spektrum der Gefühle reicht hier von Selbstzweifel bis Aufbruchsstimmung, von Misanthropie bis Sehnsucht.

Diese offenen Emotionen stellen für den Metaller einen Bruch mit der Alltagsrealität und sozialen Norm dar. Auf diese Weise kann er, während er an der Kultur teilnimmt (beispielsweise auf einem Konzert ist), Spannungen aufgrund der Anpassung der Individualität an Gesellschaft abbauen und sich selbst auf eine intensivere Weise erleben. So zielen die Tanzstile des Metal allesamt darauf, den eigenen Körper zu erfahren, und sich in der Musik eine Zeit lang zu vergessen.

Die Distanzierung durch Tabubrüche u. ä. geht sogar so weit, dass der Metal aus der Sicht der Szene oft als das "Spiegelbild" der unterschwelligen Aggressionen und verborgenen Hässlichkeiten einer oberflächlich sauberen Gesellschaft aufgefasst wird, womit direkt oder indirekt Kritik an der sozialen Realität geübt wird. Das Gute stellt in jenem Kontext das Beharrende, das Oberflächliche dar; das Böse hingegen ist hier das Revoltierende, das Verändernde, das versucht, die Situation zu verbessern. Heavy Metal wird somit, zumindest von einigen Teilen der Szene, zum Ausdruck der verdrängten Schattenseite der sozialen Wirklichkeit stilisiert.

In der Tat existiert in der Szene eine Tendenz, sich durch ablehnende Haltungen der Gesellschaft das eigene Identitätsbewusstsein zu schärfen. Das Ausrichten des künstlerischen Schaffens am Kommerz wird in der Szene oft als "Verrat" betrachtet, da die Subkultur hierdurch den Medien ausgeliefert werden würde.

Zwar toleriert man auf Konzerten selbstverständlich auch Menschen, die lediglich um der Musik willen gekommen sind, aber an einen Metalhead wird seitens der Szene alles in allem der Anspruch gelegt, Wissen über die Szene aufzuweisen, und dass er seine Einstellung, die er idealerweise durch Styling und Kleidung in der Öffentlichkeit zu erkennen gibt, auch ehrlich vertritt. Dennoch verdrängt die Szene unter ihrem Idealismus teilweise, dass auch in ihr kommerzielle Mechanismen wie im Mainstream greifen.

Generell herrscht in der Szene die Ansicht vor, dass die Themen des Metal grundsätzlich immer das Begriffsfeld Konflikt direkt oder indirekt miteinzubeziehen haben, und sich nicht um "Positives" oder "Belangloses" drehen. So sieht die Szene den Hairspray Metal im allgemeinen als Poser Metal, da jener sich auf Rockstarklischees, sexuelle Ausschweifungen und Liebe konzentrierte – wenngleich man hier i. d. R. auch Ausnahmen eingesteht. Andererseits wird dem Metal deshalb auch vergeworfen, er konzentriere sich zu einseitig auf die negativen Seiten des Lebens.

In der Szene wird ein Wir-Gefühl gehegt; auch dies lässt sich daran erkennen, auf welche Weise viele Konzertbesucher diese Szenezusammenkünfte empfinden. Man ist dort in erster Linie ein Metaller, und sonstige Unterschiede spielen erstmal keinerlei Rolle.

Toleranz und ein friedfertiges Miteinander werden in der Metalkultur als Idealbilder hochgehalten – wenngleich es auch hier natürlich fragwürdig ist, inwiefern man sich diesbezüglich von der sozialen Norm unterscheidet. Vor allem früher sahen sich die Metaller u. a. auch als Aufnahmestelle für gesellschaftliche Randgruppe – Ausländer, Behinderte, Vorbestrafte – wo man sie eben in erster Linie als Rocker oder Metaller, ohne Einbezug gesellschaftlicher Vorurteile ansah. Hierbei ist die Toleranz innerhalb der Subkultur wesentlich höher als nach außen hin. Oft wird gerade in der Metalszene mit Herablassung und geradezu aggressiver Ablehnung auf andere Subkulturen und Musikstile (z. B. Popper oder Hip-Hopper) herabgesehen. Und Metalheads kämen zwar ebensowenig auf den Gedanken, einfach aus Lust eine Prügelei anzufangen, wie sonstige Mitmenschen, doch hat sich insbesondere in jüngerer Zeit auch in den einzelnen "Tribes" der Metalszene rechtsextremes Gedankengut verbreitet (siehe auch NSBM).

Alles in allem werden das Pflegen einer eigenen Meinung, das selbständige Denken in der Szene als Ideal hochgehalten. Individualismus wird von vielen zu den Grundelementen des Heavy Metal gezählt, während Oberflächlichkeit und das Nachlaufen von Trends negativ gesehen wird. Wobei hier der Individalismus sich oft nur auf die Szene beschränkt ist und die Haltung zu Veränderungen manchmal schon an Konservatismus grenzt.

Verbunden mit diesem Individualismus ist in Bezug auf die Musik auch ein gewisser Leistungsgedanke: Wenn eine Band qualitativ hochwertige Musik produziert, so soll dies mit Aufmerksamkeit und Kauf des Werkes belohnt werden, und durch ihr Schaffen erlangen einige Bands in der Szene einen Legendenstatus. Im Unterschied zum Leistungsgedanken des Hip Hop wird weniger Gewicht darauf gelegt, sich gegenüber anderen etwas zu beweisen, sondern viel mehr gegenüber sich selbst. Auf diesen Leistungsgedanken ist auch eine Art der Traditionalität zurückzuführen – während im Hip Hop oder Pop Alben nur für eine beschränkte Zeit aktuell bleiben, spricht man in der Metalszene auch nach Jahrzehnten von "Klassikern, die man haben muss".

Trueness und Debatten

Die Credibility des Heavy Metal (mit Ausnahme des Nu Metal) wird von den Anhängern als Trueness bezeichnet. Die Trueness setzt sich hauptsächlich aus dem Grad der ideologischen Authentizität zusammen, sowie aus dem Fachwissen über Heavy Metal wie beispielsweise dem Wissen über Bands, Personen, usw.

Viele Metalfans lieben lange, ausgiebige, oft auch emotionsgeladene und lautstarke Debatten, gemäß dem Ideal der eigenen Meinung. Viele dieser Debatten speisen sich aus verschiedenen Auffassungen über die Definition von "Heavy Metal", "True Metal" usw. Die Kategorisierung der meisten Metalbands fällt schwer.

Auftreten

Headbanger

Unter Szeneanhängern lassen sich bestimmte Präferenzen in Bezug auf Kleidung und Styling beobachten, die jedoch von Subgenre zu Subgenre und mit der Zeit stark variieren können. Das Auftreten wird seitens der Szene häufig als Indikator für den Grad der ideologischen Authentizität gedeutet, was allerdings von vielen wiederum abgelehnt wird. Als Leitbild lässt sich die Tendenz feststellen, dass das Aussehen in irgendeiner Art und Weise martialisch-kämpferisch wirken soll. Ein Gammellook wie bei Punks ist keine Maxime.

Lange Haare sind für viele Metaller eine Selbstverständlichkeit. Im moderneren Death Metal und im Metalcore lassen sich des öftern auch Dreadlocks finden.

Meistens tragen Metaller ein Longsleeve oder T-Shirt auf dem Bandschriftzug, Album-Cover oder Symbolik einer Band zu sehen sind, wodurch man seine subkulturelle Einstellung zu erkennen gibt. Silberschmuck in Form von Ketten und Ringen ist bei Metallern aller Art sehr beliebt. Auch Nietenschmuck aller Art, ob Gürtel, Armband oder Halsband, ist weit verbreitet.

Vor allem im Power-Metal-Bereich trifft man auf enge, schwarze Lederkleidung; dieser Stil wurde wahrscheinlich von dem Judas-Priest-Sänger Rob Halford in den 80ern in die Szene eingeführt, der ihn wiederum vermutlich aus der Schwulenszene von San Francisco entnahm. Gerne wird sich auch mal ein Patronengürtel, meist mit entschärfter Munition, um die Hüfte gehängt. Dieses Accessoire ist vor allem in den Genres Thrash, Death und Black Metal vorzufinden.

Die sogenannte Kutte ist eine Jeansweste, auf der Metaller diverse Aufnäher anbringen, um ihre musikalischen Präferenzen und andere Einstellungen deutlich zu machen. Dieses Kleidungsstück ist allerdings nur noch im traditionellen Bereich aufzufinden.

Im Gegensatz zu beispielsweise dem Hip Hop hat die Szene nur in begrenztem Umfang einen eigenen Slang entwickelt. Neben einigen Fachausdrücken wie Trueness oder Poser wird das Standardvokabular um mehrere Stilnamen, Bandnamen und unter Umständen einige musikalische Ausdrücke erweitert. Relativ weit verbreitet sind martialische Ausdrücke aus dem Bereich der Gewalt, die auf die Musik angewendet werden. So spricht man bei Death Metal und Black Metal (deren Namen bereits Beispiele sind) von Geknüppel oder Gemetzel.

Verhältnis zu anderen Subkulturen

Unter den verschiedenen Subkulturen existieren generell verschiedene Beziehungen, die von Ablehnung bis Akzeptanz reichen, so auch im Metal. Selbstverständlich sind dies aber nur Tendenzen, die keinesfalls persönliche Sympathien oder Antipathien ausblenden und unter keinen Umständen Pauschalisierungen zulassen.

Grufties werden von Metallern allgemein toleriert, einige Metalmusiker entwickelten aus Elementen des Gothic Rocks den Gothic Metal. Anhängern des Punks oder des Hardcore gegenüber ist die Szene zwar tolerant, aber dennoch nicht übermäßig positiv eingestellt. Mit dem Metalcore sind einige Anhänger des Hardcore allerdings im Begriff, das Eis zu durchbrechen.

Raver erscheinen den Metallern häufig als "Prollos", die seelenlose Musik konsumieren. Noch gespannter ist das Verhältnis zu Hip-Hoppern: Insbesondere letztere sind in den Augen vieler Metaller meistens nur aggressive, prügelfreudige Proleten mit einem Hang zur Egomanie – ob dieses Bild berechtigt ist, sei dahingestellt. Diese Musik gilt des Weiteren als Mainstream. Andererseits ist im Nu-Metal-Bereich eine Zusammenarbeit mit Hip-Hoppern nicht unüblich (ob Nu Metal aber andererseits zum Metal zu rechnen ist, ist auch Debattenthema).

Verhältnis zur Superkultur

Einige Bands wie Iron Maiden, Manowar, der sog True Metal oder seit 2004 auch der Symphonic Metal finden in der breiten Masse Gehör. Ansonsten bleibt das kulturelle Phänomen der Allgemeinheit jedoch verschlossen oder steht in den Medien sogar in einem schlechteren Licht dar.

Auf Grund der hedonistischen Tendenzen in dieser Subkultur und den gelegentlich antireligiösen Strömungen ist die Heavy-Metal-Subkultur in vielen islamisch geprägten Ländern ein Opfer öffentlicher Angriffe, wo bereits das Tragen eines schwarzen T-Shirts als Straftat geahndet werden kann.

Aber auch im westlichen Kulturraum resultieren aus Unwissen oftmals Vorurteile gegenüber dem Heavy Metal, wobei diese – teilweise aggressive – Ablehnung in den letzten Jahrzehnten insgesamt allerdings abnahm. Vorbehalte sind jedoch dennoch vorhanden.

Das Unwissen beginnt damit, dass selbst heute noch manche Menschen einen Metaller nicht von einem Punk oder Goth unterscheiden können; die oftmals langen Haare wurden als feminin und bei Männern als obskur aufgefasst, da die westliche Tradition den Männern grundsätzlich Kurzhaarfrisuren vorschrieb; mittlerweile werden Abweichungen gesellschaftlich jedoch in vielen Fällen zumindest toleriert.

Der Heavy Metal wurde vor allem früher mit den sogenannten Cock Rock oder Poser Metal assoziiert. Demnach wäre Metal bloß eine weitere oberflächliche Variante der Rockmusik, in der sexuelle Ausschweifungen und sexueller Exzentrismus im Vordergrund stünden. Als der Trend dieser Musikrichtung jedoch endete, verschwand dieses Bild in der Versenkung.

In einer anderen Richtung werden Metaller als gewalttätige und minderintelligente Schläger ausgemalt und die Musik als dummer und verdummender Krach angesehen – obwohl der Toleranzgedanke eigentlich auch friedfertiges Verhalten miteinschließt und die musikalische Ausdrucksfähigkeit und die Entwicklung der Lyrics sich oft auf einem relativ hohem Niveau bewegen. Die Musik haftet dennoch ein Ruf als primitiv, verdummend und moralisch schädlich, wie seinerzeit Elvis Presley. Jenes Bild wird anhand solcher Comicfiguren wie Beavis and Butthead deutlich.

Das – teilweise äußerst unbedarfte – Hantieren mit plakativen Symbolen wurde von den Medien und der Öffentlichkeit meistens in einer viel konkreteren Weise aufgefasst, als dies in der Szene selbst der Fall war. Dies und besonders früher auch die generelle "Verteufelung" der Rockmusik zeichnete ein Bild des Metal als Auffangbecken für Okkultismus und oftmals sogar Rechtsradikalismus.

Satanismus hat hingegen praktisch keine Verbreitung im Metal, wenn überhaupt wird er zur Provokation verwendet. Und auch wenn im Black Metal mit Satanismus kokettiert wird, so ist damit allenfalls der philosophische Satanismus gemeint. Jedoch sieht sich in der Tat besonders der Black Metal gelegentlich mit dem Auftreten nationalsozialistischer Gesinnung konfrontiert. Diesenfalls, wie in allen anderen Substilen, stellt die Szene dem den "Boykott" entgegen. So wurde die Band Morbid Angel von der gesamten deutschen Presse boykottiert, nachdem sie auf einem Konzert Verständnis für den Hitlergruß gezeigt hatten. Rechtsradikales und faschistisches Gedankengut wird in der Metalszene generell als intolerant und unindividualistisch abgelehnt.

Der Nu Metal steht in dem Medien tendenziell im Verruf, Amokläufe oder Selbsttötungen bei Jugendlichen zu verursachen. So wurde der Amoklauf im Erfurter Gutenberg-Gymnasium unter anderem auf Beeinflussung durch die Band Slipknot zurückgeführt.

Besondere Erwähnung finden muss hier das sogenannte Backward Masking. Angeblich wurden in Metalsongs rückwärts aufgenommene Tonbotschaften versteckt, die den Hörer unbewusst beeinflussen würden; die Existenz dieser Tonbotschaften konnte jedoch auch nach Untersuchungen nicht nachgewiesen werden, tatsächlich konnte die Praktizierbarkeit dieser Methode der mentalen Beeinflussung sogar durch Studien widerlegt werden.

Wie auch immer, es gibt auch ausgesprochen populäre Seiten des Heavy Metal. Die sogenannte Pommesgabel, ein Handgruß, wurde zuerst durch auf den Konzerten von Ronnie James Dio populär; seitdem hat sich dieses Handzeichen nicht nur zu einem festen Gruß der Metalszene entwickelt, sondern es wurde auch im Punk und teilweise normalen Rock bekannt. Das Handzeichen basiert ursprünglich auf einem Aberglauben: es soll der Anwender die Wirkung des bösen Blickes von sich abwenden können.

In Norwegen ist der Black Metal mit seiner Kultur und seinen Akteuren sogar ein fester Begriff und findet tatsächlich auch breite Akzeptanz. Die meisten Leute kennen Bands wie Darkthrone oder Emperor zumindest vom Hören her, und das Osloer Inferno Festival wurde im Fernsehen übertragen.

Konzerte

Die wichtigste Möglichkeit zur Zusammenkunft stellen für die Szene Konzerte und Festivals dar. Konzerte werden oft von einigen wenigen Bands gehalten, meistens ähnlichen oder gleichen szenischen Subgenres. Auf Festivals hingegen sind i. d. R. alle Richtungen der Subkultur mit ihren Anhängern vertreten.

Auf Heavy-Metal-Konzerten lassen sich mehrere Tanzstile beobachten: Moshpit, Headbangen, Crowd surfing, Stagediving, Luftgitarre, Wall of Death, Circle Pit.

Einige wichtige Festivals:
• Wacken Open Air
• Bang Your Head
• Party.San Open Air
• Fuck the commerce
• With Full Force
• Summer Breeze
• Ozzfest
• Elements of Rock

Bekannte Plattenlabel

Nuclear Blast
Metalblade Records
Earache

Roadrunner Records
Massacre Records
Music For Nations

Steamhammer SPV
Drakkar BMG
LMP (Limp Music Products)

Century Media
Napalm Records

Persönlichkeiten

Tom Angelripper
Phil Anselmo
Tom Araya
Paul Baloff

Chris Barnes
Chuck Billy
Cliff Burton
Max Cavalera

Glenn Danzig
Joey DeMaio
Bruce Dickinson
Ronnie James Dio

Udo Dirkschneider
Euronymous
Fenriz
Frost

Rob Halford
Kai Hansen
James Hetfield
Lemmy Kilmister

Hansi Kürsch
Alexi Laiho
Ozzy Osbourne
Doro Pesch

Quorthon
Chuck Schuldiner
Dee Snider
Peter Steele

Peter Tägtgren
Varg Vikernes
Zakk Wylde
Angus Young

Bon Scott
Dimebag Darrell
Steve Harris
Scott "Wino" Weinrich

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